Mai 2020

In Zeiten der Corona kommt eine viel zum Weben …. die 44. Kette ist abgewebt. Es ist eine Wolldecke entstanden mit dem Thema „wabisabi “ (clasped weft), die noch weiter verarbeitet werden muß, ich denke da an eine 16 cm breite Strickspitze an beiden Seiten … (dazu muß ich erst wieder das passende Garn spinnen). Dann ist da ein Stück Tweed und ein sehr weiches, breites, feines Tuch mit Farbverlauf (mehr dazu im Schaufenster). Den Rest habe mit einem „wild batt – handspun“ und Kettmaterial abgewebt in der „overshot-Technik … auch das ergibt, angewalkt, einen sehr schönen Stoff. Mal sehen, zu was mich diese Reststücke animieren werden.

Die Kette 45 ist bereits angewebt. Das Thema ist „shadow-weave“. Hier habe ich mich wieder für eine Kette aus Cottolin/schwarz und BW-Leinen-Effekt-Garn/naturweiss entschieden. Der Schuß ist ein Faden rosa (BW-Chenille) und ein Faden weinrot (Cottolin). Es wird ein sehr weiches, griffiges Gewebe werden …. Und ein zweites Gewebe könnte mit der Farbe Grün (chenille) und Dunkelgrün (Cottolin) entstehen … die Kette läßt das zu. (Technisch: 60/10 – 80 cm webbreit – 488 Fäden)

Ansonsten habe ich einen „alten Stoff“ (Kette 38) hervorgeholt, noch ein bißchen angewalkt und meinen „alten“ Kastenkimonon-Schnitt“ aktualisiert, d.h. verbessert. Was daraus entstanden ist, kann eine im Schaufenster begutachten.

März 2020

Der Monat im Zeichen von Corona – die Yogaschule ist zu, aber eine neue Seite mit online-Yoga ist entstanden. Und ansonsten:
1. am Großen Webstuhl ist die Wolldecke fertig; anschließend habe ich ein Stückchen Tweedstoff hergestellt – passend zum Tweed von der Kette 35! das ist jetzt die Kette 44!); und dann experimentiert, bis sich etwas zeigte: es wollte da ein ganz feines Stöffchen entstehen mit einem fast irisierenden Effekt, der Schuß ist ein Verlaufsgarn 5m/1g. Was daraus wird? wer weiß? Zum Schluß bleibt noch ein wenig Kette – und da mache ich noch einen Wollstoff mit handgewebtem Schuß (Köper) und Kettgarn (Leinen) und schlichten Spitzköper ….

2. an der Viktoria entstehen Handtücher mit Twillvariationen und Farbblöcken.

3. mein Gewichtswebstuhl steht wieder in der „Schmiede“ – und bei dem schönen Wetter mit offener Türe, arbeite ich sehr gerne daran, denn es wie „im Garten“ sein.

4. ein vierter Hap – Shetland-Lace-Shawl – ist fertig: diesmal quer gestrickt mit feinem Spindel-gesponnenen Garn.

5. habe ich mich mal wieder, wieder mal mit dem 1750-Jäckchen-Schnitt beschäftigt auf der Suche nach einem schönen, gut sitzenden, gemütlichen kurzen Jacken-Schnitt … bin dann doch wieder zum „Kastenkimono-Schnitt“ zurück, eine neue Variation erarbeitet für einen Stoff, der von der Kette 39 stammt (Jämtlandsdrell). Ich habe diesen Stoff noch einmal nachbehandelt, 30° Feinwäsche, ist natürlich noch ein bißchen geschrumpf, aber dafür sehr weich, fein und kuschelig geworden. Mal sehen, wie das Jäckchen aussieht, wenn es fertig ist.

6. Ach so – ich habe den Stoff der Kette 43 (Cottolin, Fischgrat) zu einem Sommerkleid verarbeitet. Es ist wunderbar, einen selbst gewebten Stoff zu tragen – abgesehen davon, daß er besser und anders fällt, als gekaufter Stoffe, abgesehen davon, daß eine Baumwoll-Leinen-Mischung so gut wie nicht zu kaufen gibt …

Februar 2020

Tja – einiges ist passiert und: unverhofft – kommt oft. Da lief mir eines Tages – kurz vor meinem Geburtstag – die Möglichkeit über den Weg, einen wunderschönen Tischwebstuhl – die Viktoria von Glimarkra – zu bekommen. Ich mußte eigentlich nur „ja“ sagen, denn sie wurde „ausrangiert“ und brauchte dringend ein neues Zuhause … Die Webbreite ist 70 cm, genau richtig für feines Zeug – wie Handtücher, Leinenware … und zum wilden Mustern ist sie geeignet durch den Handaushub (keine Verschnürung!!!). Ich habe nur ein neues Webblatt und einen geeigneten Unterbau mit neuer Tischplatte angeschafft, alles ein bißchen gepflegt und geordnet – und mit Hilfe einer Weblehrerin die erste Kette aufgebäumt – das wurden 4 Paar Topflappen. Jetzt ist schon Kette 2 aufgebäumt: feines Cottolin und Farbblöcke und entsprechend verschiedene Köpervariationen eingelesen … das ergibt viele Kombi-Möglichkeiten in der „Tretfolge“ und im Farbspiel beim Schuß.

Ansonsten kamen
– wir wissen es ja: Spindeln sind wie die Schafe Herdentiere –
noch zwei wunderschöne Spindeln zu mir mit ebenfalls wunderschönem Spinnschälchen mit Stiel. Die eine ist eine spanische supported Spindel und die andere kommt aus Nowgorod, und ist natürlich eine russische Spindel. Zur Zeit liebe ich es, feine sehr edle Fädchen (Mix aus Seide, Angelina, Alpaka, Lama, Tussah, Ramie …. ) zu spinnen, die dann gezwirnt werden zu strickbarem Garn – fein und fluffig – , aus dem dann Shetland-shawls mit viel Lace gestrickt werden. Drei dieser Tücher sind schon fertig!!!

Jedes ist etwa 220 – 240 cm lang; an der breitesten Stelle etwa 45 – 50 cm. Trotzdem wiegen sie nur knapp 200g Wolle – leicht und doch wärmend.

Januar 2020

Das Jahr fing an wie das alte endete: mit einer neuen „supported“ Spindel – die Navajo-Spindel. Ein wunderschönes Arbeitsgerät, das sich sehr leicht spinnen läßt. Außerdem hat es Platz für 60-80 g Wolle und der Faden wird sehr weich …
Inzwischen habe ich mir das Basisstrickbuch für Shetland-Lace besorgt – ein Standardwerk, gut gegliedert und mit 1001 hilfreichen Tipps. Und dazu die feinen, weichen Wollgarne von den neuen Spindeln!!! Federleichtes, feines und weiches Gestrick ist meine neue Begehrlichkeit … und so habe ich gleich losgelegt: einen halbmondförmigen Shetlandshawl, der fast 200 cm lang und in der Mitte gute 40 cm breit ist, aber nur 180 g wiegt.

Und aus dem ersten Navajogarn und den Resten vom Shawl gab es noch einen Lace-Bolero – sehr edel, leicht und fein (er wiegt nur 140 g)

Am großen Webstuhl wird weiter an der Wolldecke mit dem Thema „wabisabi“ gearbeitet.

Und am Gewichtswebstuhl entsteht der erste Florteppich; eine Arbeit, wie sie traditionell auf diesem Webstuhl gemacht wurde, in Island (Farafeldur) und in Schweden und Norwegen (Rya). Hier ist das Gegengewicht: der Flor besteht aus ganz dickem, robusten handgesponnenen Wollgarn vom Jumboflyer / Kiwi.

Report vom November 2019

Die neue Kette 44 ist auf dem Webstuhl: 40/10 und 100 cm Breit und 7m lang in Shetland-Wolle, dunkel-petroliges Grün für eine Wolldecke mit dem Thema „wabisabi“. Der Einzug ist ein erweiterter Spitzköper – und mir schwebt vor, so langsam aus dem Dunkelgrün die „Vogelaugenrauten“ wachsen zu lassen mit einer „clasped weft“ in rohweiß-creme, als wäre auf der dunkelgrünen Decke Schnee gefallen – das ist ein langsames , bildhaftes Weben, aber es lohnt die Mühe, finde ich.
Zum Schußmaterial: in diesem Sommer gab es viel Alpaka-Wolle aus einem Nachbardorf, die gewaschen wurde und dann aber noch lange nicht gebrauchsfähig war. Im Oktober habe ich mich entschieden, sie mit 50% Wolle kardieren zu lassen, und dabei entstand ein Posten kastanienbraunes Suri-Alpaka mit genauso viel Texel-Suffolk-Mischung, gefärbt in petroligen Grün-Blau-Tönen (alles mit Indigo überfärbte Wollen, die vorher mit Rainfarn, Walnußblätter, Pflaumenblätter, Goldrute oder Rhabarberwurzel gefärbt wurden) – sehr weich und genau passend zur Kette.

Die Kette 43 mit Cottolin ist abgewebt. Drei schöne Stoffe sind entstanden: a) wird ein Trägerkleid – b) wird ein kurzes kastiges Top – c) ist einfach mit Leinenbindung und Streifen abgewebt – ein Stück Stoff, das noch auf seine Bestimmung wartet.

Dezember 2019 mit einer supported tibetische Spindel

Lange habe ich nicht an dieser Seite gearbeitet, was nicht heißt, daß ich nicht mit Weben und Spinnen unterwegs war … wie da zu sehen ist, habe ich ein neue Technik entdeckt – neu für mich, denn eigentlich ist sie so alt wie das Spinnen selbst, etwa 20.000 Jahre. Ich spreche von der supported spindle-Technik, sie macht wunderbar feine und weiche Fäden, und die habe ich mit einem Faden von der Spinnrad-Spule verzwirnt – fraktal in der Farbgebung, sehr weich und griffig ….

Und ich habe es gleich farblich passend gemacht zu einem Coregarn:

Meine Idee ist: das Coregarn zu einem weichen Loop zu verstricken und mit dem Spindel-Spule-Garn passend dazu Stulpen zu stricken, also verschiedene Spinntechniken mit immer demselben Faser-Farben-Mix zusammen zu bringen in einem Projekt . Ein Set habe ich schon geschafft – ein Weihnachtsgeschenk.

Im August 2019

Was mich aber wirklich beschäftigt hat in letzten zwei Wochen ist der Gewichtswebstuhl. Die „alte Kette“ habe ich abgewebt – aber dabei schon ein Experiment gewagt: die Kettfäden hinten auf zwei Litzenstäbe verteilt – das heißt alle ungeraden Fäden sind auf dem Naürlichen Fach (ohne Litzen) und alle geraden Fäden sind abwechselnd auf Litzenstab1 und Litzenstab 2. So kann eine ein „Gerstenkorn“ weben … und es ging!!!
Das macht Mut – und so habe ich tatsächlich ein neues Gewebe begonnen mit einem 2/1-Köper: 1 Faden ist auf dem Natürlichen Fach; 1 Faden auf dem Litzenstab1 und ein Faden auf dem Litzenstab 2 – Schwierigkeiten gab es in Hülle und Fülle beim Schären mit der Anfangsborte. Aber das Weben geht recht unkompliziert ….

Jetzt ist schon August

Was ist alles geschehen? Auf dem Großen Webstuhl habe ich insgesamt 3 Ketten abgewebt mit Cottolin, und habe dabei „Taquete, turned Taquete und turned taquete on 4 Blocks“ studiert – 18 Handtücher sind so entstanden. Die neueste Kette 43 ist wieder aus Cottolin, soll aber ein Kleiderstoff werden mit klassischem Fischgrat-Köper …

Einige Kontextile sind gemacht : insgesamt drei Super-Stola-Schals (1 Teil gestrickt mit Coregarn; 1 Teil gewebt mit passendem Dochtgarn; eine Häkelborte dazu) und zwei Kaputzen-Westen ( Rücken ist aus gekauftem Walk, Vorne und Kaputze aus Handgewebtem und alles ist eing. Das Gewebe hierfür ist auf dem Box-Loom entstanden.

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Im März 2019 – zum anderen

habe ich mich mit einem Webmuster beschäftigt – es studiert und nachgeforscht, mich beraten lassen und einmal und noch einmal Patronen erstellt … Kreuzchen gemalt –
was ist Taquete? was ist turned Taquete? wieso hat es mit Sommer-Winter-Muster zu tun? warum ist mal der Panama-Grundtritt auf dem Leinen – und mal auf dem 1. und 3. Köpertritt? was ergibt das für eine Bindung?

Die 39. Kette wurde abgewebt: eine Wolldecke und zwei wunderschöne Stoff.

Dann der Plan zur 40. Kette: einfach mal Handtücher weben und das mit turned Taquete! Das ist eine Übung in Cottolin – 40/10 Blatt, zweifach gestochen und 60 cm Webbreite, 480 Fäden und drei Farben in der Kette (Grün, Rot und Rosa im Wechsel); der Schuß mal eine der drei Farben, mal eine andere. Das webt sich sehr schön ab – und ich lerne diese sehr alte und spannende Bindung, die vor allem Farbspiele erlaubt, sie besteht (bei 4 Schäften) nur aus zwei Blöcken, aber mit der Länge der Blöcke und mit der Schußfarbe sind viele Möglichkeiten gegeben.

 

Der März – 2019 – zum einen

ist ein weiteres „Kontextil“ ist entstanden: noch einmal ein Super-Mega-Schal, kann auch als Stola oder Weste getragen werden. Ein  Teil ist Gewebe – und da habe ich eine Technik unserer Ahninnen ausprobiert: für den Schuß habe ich einen Z- und einen S-gesponnenen Docht (Walnuß gefärbt) vorbereitet und abwechselnd eingewebt. Bei einem Seitenblick wirkt es wie zwei verschiedene Farben – hell und dunkel. Von oben sieht es aus wie in einer Farbe …   Der andere Teil ist ein Gestrick mit einem Garn, das ich „Doppelwrap“ nenne: ich habe eine Spule mit einem Docht gesponnen, der gleich mit einem Seidenfaden umwickelt ist, dann eine zweite Spule ebenfalls ein Docht und ebenfalls umwickelt mit einem anderen Seidenfaden, dann beide gezwirnt; das macht ein sehr interessantes und lebendiges Garn, und es strickt sich sehr schön. Der dritte teil ist wieder eine Häkelborte – diesmal in dunklem Seiden-Mohair-Mix.

Und ich habe ein neues Kontextil entworfen ein Plaid, was zugleich eine Resteverwertung ist: Gestrickt werden Quadrate (9) immer im Wechsel – Dunkelgrau (Soisdorf) und Naturweiß (Textel):  beide sind gesponnen mit einem umwickelten Strumpfgarn (die Reste der Hundertwasser-Sockenwolle von Opal);  jedes Quadrat ist 32 X 32 – somit ist das Plaid 96 X 96. Aber nun wird wieder ein Gewebe dazu gemacht  auf dem Boxloom, Endbreite 18 cm:  Kette grau und Opal-Hundertwasser-Reste im Wechsel; Schuß wieder Dunkelgrau und Naturweiß, diesmal pur. Das ganze Plaid wird – so mein Plan –  damit eingefaßt und bekommt noch einen dicken Häkelrand  – entweder in weiß oder in grau. Damit würde das Endmaß 132 X 132 cm etwa sein – ein schönes Maß …. aber noch stricke ich, webe ich, spinne ich …